
Wenn du neu bei Telepromptern bist, hast du wahrscheinlich drei Fragen:
1. Wie baue ich das Ding auf? 2. Wie schnell soll der Text scrollen? 3. Warum klinge ich trotzdem noch unnatürlich, auch wenn ich die Worte lese?
Dieser Artikel führt dich durch einen kompletten Video-Workflow, vom Herunterladen der App bis zum Export deines ersten fertigen Clips. Jeder Schritt erklärt.
Schritt 1: Wähle deine Tools

Hardware-technisch brauchst du nur ein Handy (iPhone oder Android) und ein Stativ. Besorg dir eins, das auf Handflächengröße zusammenfaltet und bis etwa 1,2 m auszieht. Kostet wenig, und du wirst es später auch für Zeitraffer nutzen.
Für Software suchst du „Teleprompter" im App Store. Filtere nach diesen Kriterien:
- Unterstützt gleichzeitiges Prompting und Aufnehmen. Apps, die nur prompen, zwingen dich, die Systemkamera separat zu nutzen. Hin- und herzuwechseln ist ineffizient.
- Gute Unterstützung für deine Sprache. Einige Teleprompter-Apps wurden von Entwicklern im Ausland gebaut, und die Textformatierung für deine Sprache ist kaputt.
- Keine Werbung, keine Pop-ups. Ein Banner, das mitten in der Aufnahme erscheint, zerstört die Erfahrung.
Dieses Tutorial nutzt CueBuddy als Beispiel, aber die Bedienlogik ist in den meisten Apps ähnlich.
Schritt 2: Bereite dein Skript vor
Schreib dein Skript nicht direkt in der App. Entwerfe es, wo du normalerweise schreibst – Notizen, Notion, Word – und füge es dann ein.
Die Skriptformatierung ist wichtig (wird in einem anderen Artikel ausführlich behandelt), aber drei Regeln verbessern es sofort:
1. Kurze Sätze. Maximal 15 Zeichen pro Zeile. Handy-Bildschirme sind schmal. Lange Sätze umbrechen chaotisch. 2. Leerzeilen an natürlichen Pausen. Setze eine Leerzeile zwischen alle paar Sätze. Wenn der Text zu einer Leerzeile scrollt, hältst du natürlich mikropausierend. Klingt menschlicher. 3. Markiere deine Betonungspunkte. Schwierige Wörter, must-stress-Punkte – packe sie in Klammern oder 【】, damit deine Augen sie beim Aufnehmen sofort erfassen.
Sobald dein Skript fertig ist, alles markieren, kopieren, die Teleprompter-App öffnen und einfügen.
Schritt 3: Stelle die Einstellungen ein
Das ist der wichtigste Schritt. Auch der am häufigsten übersprungene. Viele fügen ihr Skript ein und drücken sofort Aufnahme. Zwei Takes später fühlt sich alles falsch an.
Vier Parameter anzupassen:
Scroll-Geschwindigkeit
Gemessen in WPM (Wörter pro Minute) oder Zeichen pro Minute. Für Deutsch sind 180–250 Zeichen pro Minute ein natürliches Gesprächstempo.
Wie findest du deine Geschwindigkeit? Nimm dich 60 Sekunden normal redend auf, dann zähle die Zeichen. Wenn du in 60 Sekunden 210 Zeichen gesprochen hast, ist deine Geschwindigkeit 210. Trage diese Zahl in die App ein.
Schriftgröße
Setz dich an deine tatsächliche Aufnahmeposition. Halte dein Handy in deiner tatsächlichen Aufnahmedistanz. Schau auf den Text auf dem Bildschirm. Passe an, bis du es bequem lesen kannst, ohne zu schielen – aber nicht so groß, dass nur zwei Zeilen passen.
Text zu klein → du schielst → dein Gesichtsausdruck verkrampft. Text zu groß → nur zwei Zeilen sichtbar → Scrollen fühlt sich hektisch an.
Textfarbe und Hintergrund
Hoher Kontrast ist König. Weiß auf Schwarz oder Schwarz auf Weiß. Keine Farbverläufe. CueBuddy setzt standardmäßig weißen Text auf schwarzem Hintergrund – 80 % der Leute müssen das nie ändern.
Startposition
Einige Apps erlauben es, die Position des Teleprompter-Texts auf dem Bildschirm anzupassen. Die Frontkamera ist meist oben, also wirkt Text, der weiter oben bleibt, natürlicher – dein Blickwinkel beim Lesen und zur Linse ist fast identisch, was sichtbare Augenbewegungen minimiert.
Schritt 4: Baue dein Equipment auf
Stativ ausziehen. Höhe so einstellen, dass das Objektiv auf Augenhöhe ist – egal ob sitzend oder stehend. Nicht nach oben oder unten winkeln. Augenhöhe fühlt sich richtig an.
Handy montieren. Frontkamera öffnen. Drei Dinge prüfen:
- Ist der Hintergrund sauber? (Keine Wäsche, die in der Ferne hängt, kein zufälliger Kram?)
- Ist dein Gesicht beleuchtet? (Gesicht zum Fenster, oder nutze einen Ringlicht, das leicht über und vor dir positioniert ist.)
- Ist dein Framing richtig? (Lass etwas Kopfspiegel. Drück dich nicht an die obere Kante.)
Schritt 5: Testaufnahme

Spring nicht direkt in den echten Take. Dreh einen 15–20 Sekunden Test. Prüfe:
- Audio. Spiel es ab. Knackt es? Übertrifft Umgebungslärm deine Stimme? Komm näher ans Mikrofon oder nutze ein externes.
- Blicklinie. Schaust du in die Linse oder auf den Text? Wenn deine Augäpfel deutlich hin und her scannen, ist das Teleprompter-Fenster zu weit vom Zentrum entfernt. Justiere es.
- Scroll-Geschwindigkeit. Kannst du bequem mithalten? Zu schnell: 10 % reduzieren. Zu langsam: 10 % erhöhen.
Mach den Test maximal zweimal. „Gut genug" ist das Ziel.
Schritt 6: Echte Aufnahme
Tief durchatmen. Aufnahme drücken.
Tipp eins: Starr nicht auf den Teleprompter. Dein Blick sollte natürlich zwischen Linse und Text wechseln. Schau auf die ersten paar Wörter eines Satzes, sprich den Satz zur Linse, schau zurück für den nächsten. Dieser Rhythmus braucht etwa zwei Versuche.
Tipp zwei: Lass dich Fehler machen. Stolperst du über ein Wort? Mach weiter. Einen Sekunden-Fehler rausschneiden ist nichts. Je mehr du Perfektionion jagst, desto angespannter wird dein Gesicht.
Tipp drei: Warte zwei Sekunden, bevor du stoppst. Viele beenden ihre letzte Zeile und lungern sofort nach dem Stopp-Knopf, was ein seltsames Arm-ausstrecken-Moment am Ende hinterlässt. Beende deinen Satz, halte dein Lächeln und Augenkontakt, zähle „eins, zwei" in deinem Kopf, dann stoppe.
Schritt 7: Review und Nachdreh
Schau dir alles an. Frag dich:
- Würde ich das tatsächlich zu Ende schauen wollen?
- Gibt es eine Stelle, an der es klingt, als würde ich lesen statt reden?
- Gibt es offensichtliche Probleme mit Bild oder Ton?
Wenn das Gesamtegefühl gut ist, aber ein oder zwei raue Stellen, nimm nur diese Sätze nach. Nicht alles neu drehen. Wenn das Gesamtegefühl daneben ist, tweak deine Einstellungen und mach einen vollen Retake. Der zweite Take ist fast immer besser – du kennst das Material jetzt.
Schritt 8: Export und Veröffentlichung
Exportiere das Video in deine Kamerarolle. Nutze zum leichten Schneiden, was immer du magst (CapCut, iMovie etc.): Untertitel hinzufügen, tote Luft trimmen, Helligkeit anpassen, Titelbild hinzufügen.
Übertreib es nicht mit Effekten. 90 % des Werts deines Inhalts liegt in dem, was du sagst und wer du bist. Effekte sind Garnierung, nicht das Hauptgericht.
Häufige Fragen
Q: Erscheint der Teleprompter-Text in meinem finalen Video wie ein Wasserzeichen?
Nein. Der Teleprompter-Text wird nur auf deinem Bildschirm angezeigt. Das aufgenommene Video zeigt nur dich – der Text wird nicht erfasst.
Q: Warum ist mein aufgenommener Ton nicht synchron zum Video?
Höchstwahrscheinlich drosselt dein Handy die Leistung wegen Überhitzung. Schließe Hintergrund-Apps oder halte einzelne Takes kürzer.
Q: AI-Sprachverfolgung oder feste Scroll-Geschwindigkeit – was ist besser?
Wenn dein Sprechtempo variiert – du pausierst zum Nachdenken, wirst schneller, wenn du dich freust – nimm die AI-Sprachverfolgung. (CueBuddy nutzt geräteinterne Spracherkennung. Kein Internet nötig. Du sprichst, es scrollt mit.) Wenn dein Tempo absolut gleichbleibend ist, funktioniert feste Scroll-Geschwindigkeit gut und verbraucht etwas weniger Akku.
Sobald du dich mit dem Teleprompter wohlfühlst, wirst du realisieren, dass es im Grunde ein externes Gehirn ist – es merkt sich die Worte, damit du dich auf die Auslieferung konzentrieren kannst. Die ersten paar Versuche brauchen etwas Eingewöhnung. Das ist normal.
Teste zuerst den kostenlosen Online-Teleprompter
Wenn du Skript, Tempo, Textsicherheit oder Aufnahmeablauf verbessern willst, teste dein Skript zuerst im Browser-Teleprompter. Für einen stärkeren mobilen Aufnahme-Workflow kannst du danach die CueBuddy-App nutzen.
Starte deine nächste Aufnahme mit CueBuddy
Teste zuerst den kostenlosen Teleprompter-Workflow und öffne CueBuddy erst, wenn du stärkere Aufnahme- und Kamera-Workflows brauchst.